"Alte Hasen" und grenzenloser Folk
Song-Poeten CoIin WiIkie und Wizz Jones im seltenen Duett - "Triplets"- Motto:
Musik muss Spaß machen
Hatten in den vergangenen Jahren mit "Foggy Dew" und "Paddy
goes to Holyhead" Folkrock den Pleinfelder Pfarrsaal beben lassen, ging es bei der
diesjährigen Folk-Blues-Night deutlich ruhiger zu:
Colin Wilkie und Wizz Jones präsentierten sich als hervorragende Vertreter
englisch-amerikanischer Song-Poeten und Gitarristen, während das slowenisch-
österreichische Trio "Triplets" in ihrer Folkmusik keine Grenzen akzeptierte: Folk ist
zwar vornemlich in Irland und Schottland gebürtig, aber auch Slowenien, Amerika
oder Spanien haben ihre "Volksmusik".
Bei der sechsten Auflage der alljährlichen Musiknacht des Kulturkreises Pleinfeld
standen kein Schlagzeug oder wummernde Bass-Boxen auf der Bühne. Das hätte
die fast schon puristisch reinen Traditionals und Eigenkompositionen von Colin
Wilkie und Wizz Jones wohl eher erdrückt und ihnen den besonderen Reiz
genommen. Und Wilkie wie Jones benötigen keine Drums zur Unterstützung. Sie
"pickten" die Saiten und trommelten auf den hölzernen Klangkörper ihrer Gitarren,
dass es eine wahre Pracht war. Vor allem Wizz Jones versprühte Spielfreude pur
und faszinierte mit langen Soli, während Colin Wilkie als Songpoet und Entertainer
glänzte. Er unterhielt und erheiterte die Zuhörer zwischen den Liedern immer
wieder mit dem sprichwörtlich englisch-schottischen Humor.
Beide gehören zum "alten Adel" der Blues- und Folkmusik (auch wenn Wilkie die
"nutzlose Klasse" der englischen Adeligen für überflüssig hält) und touren seit über
30 Jahren durch die Clubs in Europa. Dass die beiden "alte Hasen" ihres Genres
sind, war denn auch im vollbesetzten Pfarrheim St. Nikolaus zu spüren. Die
Abstimmungsprobleme der beiden, als sie im Duett ihre Gitarren bearbeiteten und
sangen, waren eher Spielerei und Entertainment fürs Publikum, denn ernster
Natur. Die Lieder, die beide zusammen darboten, waren denn auch die
Höhepunkte ihres Auftrittes, der nartürlich nicht ohne zwei Zugaben enden durfte.
Und dazu gab es dann auch Lieder zum Mitsingen, was vom Publikum denn auch
gerne angenommen wurde.
Rainer Haubeck