Presseartikel: Pleinfeld

Colin Wilkie & Wizz Jones



 

Kulturwerkstatt-Konzert ein Höhepunkt im Kulturherbst


Erstklassige Akustikgitarristen begeisterten das Publikum

Singer/Songwriter blühen heute im Verborgenen, denn kaum noch jemand hat wirklich ein Ohr für ausgefeilte Melodien, sensible Kompositionen und feinsinnige Klangfarben. Namen wie Wizz Jones und Colin Wilkie sind daher fast in Vergessenheit geraten, obwohl ihre Stücke immer noch einen erheblichen Einfluss auf Liedermacher in der ganzen Welt haben.

In der Kulturwerkstatt Buer gab es nun ein Wiedersehen mit zwei Virtuosen der akustischen Gitarrenmusik, die internationale Superstars wie Eric Clapton beeinflusst haben.

Während Liedermacher in Deutschland erst in den 70er und 80er Jahren große Erfolge feierten, setzten Sänger/Liedschreiber im englischsprachigen Einflussbereich seit über 100 Jahren prägnante Akzente und schufen in der Vergangenheit musikalische Werke, die sich Alltags- sowie Liebesleben des Menschen orientieren und virtuos feinsinnige Spiegel der Erlebniswelt sind.

Zu den klangvollen Namen der Szene zählen seit Jahrzehnten die beiden Musiker Colin Wilkie und Wizz Jones. Beide beeinflussten zahlreiche Interpreten, die heute Weltruhm erlangt haben, und viele Stücke der beiden Singer/ Songwriter geniessen ebenso wie die Arbeiterlieder eines Woody Guthrie, die politischen Protestsongs eines Pete Seeger oder die Marihuana-Träume eines Arlo Guthrie unbestrittenen Ewigkeitscharakter.

Treffen zwei Musiker wie Wizz Jones und Colin Wilkie aufeinander, haben sie zwei Möglichkeiten: entweder interpretieren sie im Rahmen einer Jam-Session überwiegend gemeinsam verschiedene Songs, oder sie zelebrieren eine "Hootenanny" und gestalten das Programm vorwiegend im Wechsel mit der Präsentation ihrer Stücke.

Beim Auftritt in der Kulturwerkstatt Buer entschieden sich Wilkie sowie Jones für Letzteres, und so gelang es den Veranstaltern Gert Möller und Volker König in Zusammenarbeit mit der Stadt Melle, den hiesigen Freunden akustischer Gitarrenmusik anlässlich des Kulturherbstes ein einzigartiges Kleinod wunderschöner Folkmusik zu präsentieren. Angenehm geprägt wurde die Atmosphäre dabei durch den Umstand, dass die Veranstalter mit rund 120 Besuchern zwar einen neuen persönlichen Rekord verbuchen konnten, grundsätzlich aber Musiker wie Wilkie und Jones nur vor deutlich größerer Publikumskulisse zu erleben sind und nun in diesem "kleinen Rahmen" zu erleben waren.

In der Kulturwerkstatt Buer jedoch waren sie aus unmittelbarer Nähe zu sehen, und während Wizz Jones zahlreiche Stücke seines vor drei Jahren veröffentlichten Albums "Magical Flight" präsentierte, schöpfte Colin Wilkie aus seinem reichen musikalischen Erfahrungsschatz an der Seite seiner Ehefrau Shirley Hart und stellte ein "Best of..." - Programm seiner grössten Hits für den Abend zusammen. Mit Fingerspitzengefühl interpretierten sie virtuose Melodien, wobei der 1934 in Südlondon geborene Colin Wilkie zu Beginn etwas mehr nach Old Fashion klang als sein Kollege Wizz Jones, der 1939in Surrey das Licht der Welt erblickte. Den Blues aber hatten beide, und so präsentierten sie gemeinsam einige faszinierende Bluegrass-Stücke. Dabei griff Wizz Jones zum Banjo um neue Nuancen mit ins Spiel zu bringen.


PDF - Download



↑ nach oben